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348 achleſe.
In goldner Hochzeit Wonnen
Ruft Kind und Kindeskind:
„Glück auf! gut hat geſponnen 55
Das Mütterlein, das ſpinnt!“
Chor.
Schnurre und ſurre, mein Rädchen,
Dem Heil des Geſchlechtes geweiht!
Silberne, goldene Fädchen
Spinne im Abſchwung der Zeit! 60
6.
Friſch ſteht der Stamm heut in Blüte,
Danket dem Herren gerührt
Und preiſet die himmliſche Güte,
Die uns bis hieher geführt!
Glänzet, ihr goldenen Namen 65
Alfred — Thereſa, noch lang';
Und mit heilwünſchendem Amen
Schließe der Jubelgeſang!
Franz von Kobell' zum 25jährigen Doktor-Jubiläum.
25. Februar 1874.
Er ſchlug nicht Erzſtufen und Handſtücke nur
Aus des Hochgebirgs heimlichen Klüften:
Sein Stutzen folgte des Gamstiers Spur
Und des Birkhahns Flug in den Lüften.
Ihm wurden die Geiſter des Wildwalds vertraut 5
Und die edelſteinhütenden Zwerge: L
Seiner Lieder kriſtallklarer Fodellaut
Bleibt ein Kronjuwel bairiſcher Berge.
Hoch ſchwing' ich im Becher des Schaumweins Gewog',
Den Zubeldoktor zu preiſen: 10
Es verſteht ſich kein anderer Mineralog
Wie er auf den Stein der Weiſen!
1 Bgl. oben, S. 186.
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