Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 373
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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7. Widmungen, Dank und Grüße. 373

„Und als ich die Töchter der Kloſterpenſion
Erſah, die am Fenſter geſeſſen,
Da überſchlich mich erbſündlich und bös
Die Neigung zum Menſchenfreſſen.

„Doch ich bezwang mein beſchupptes Herz
Und weiß Entſagung zu üben —
Ich möchte um keinen Preis in der Welt
Die Kloſterfrauen betrüben!“

In ein Küchenbuch'.

Gefährlich iſt's im „Hotel Poſt“
Wie in den Wäldern von Polen,
Zwar wird dem Wandrer nicht ſein Geld,
Doch wohl das Herz geſtohlen.

Der „Näuberhöhle“ zu Mannheim'.

Heil euch, die ihr mit friſchen Kehlen
Des Singens wie des Trinkens pflegt,
Ich grüß' euch all in euren Höhlen,
Iſt mir das Handwerk auch gelegt.

Denn ach! Das Ende meiner Werke
Iſt, daß — ein zweiter Tantalus —
Ich hier auf dem „Gebreſtenberge“
Zur Buße Waſſer trinken muß.

1 Scheffel ſchrieb dieſe Zeilen 1860 im „Hotel Poſt“ in Mürzzuſchlag der
Schweſter des Wirts in ein Küchenbuch. — ² „Die Räuberhöhle“ nannte ſich
in Erinnerung an Schillers zuerſt in Mannheim. aufgeführte „Räuber“ eine
1839 von Jugendfreunden zur Pflege fröhlicher Geſelligkeit gegründete Ver-
einigung. IZhr gehörte auch der Maler Ernſt Fröhlich an, der Zeichrungen
zu Scheffels Liedern in den „Fliegenden Blättern“ geliefert hatte, wie nament-
lich der Kapellmeiſter Vinzenz Lachner. Seine Vertonungen von Scheffels
Liedern hatten bei einem von dem Verleger des Lahrer Kommersbuches,
M. Schauenburg, erlaſſenen Ausſchreiben den Preis erhalten. Beim Stif⸗
tungsfeſt der Räuberhöhle 1861 brachte Lachner ſeine Vertonungen zum Vor-
trag; Scheffel war dazu eingeladen, mußte aber von der Waſſerheilanſtalt
Breſtenberg aus mit dem obigen Klaggeſang⸗ und „mit der Bitte um ſtilles
Beileid“ abſagen.


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