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7. Widmungen, Dank und Grüße. 377
Ir unde irem hohen gemahel
gewunsche ih heiles me
denne sterne sweben am himmel
unde trophen im Bodense!
Zu einem Bilderalbum!.
Was an tiefſtem Schmerz mein Gemüt erprobt,
Der Seele Jubeln und Weinen —
Das hab' ich in Zeichnungen ausgetobt,
Die photographiert itzt erſcheinen.
An Pfarrer Schmezer⸗?.
O Freund am grünen Neckar,
Des Stimme ſo glockenklar,
Dir altem Schweden widm'’ ich
Dies erſte Exemplar.
5 Wie Goldgeiſt rheiniſcher Rebe,
Wie ſproſſender Frühlingstag
Klang oft zu dieſen Liedern
Dein Nachtigallenſchlag!
Wir lernten nicht mucken noch ducken,
10 Wir ſangen und blieben nicht ſtumm,
Und ſchaun wir, der Erde entſchwebend,
Nach beſſerm Quartier uns einſt um,
Da hält vor den Pforten des Himmels
Sankt Petrus als Pförtner die Wacht,
15 Er ſchüttelt die Schlüſſel und ruft uns:
„Beide auf Numero Acht?!“
1 Scheffel widmete die Zeilen als „leichtſinniges Motto“ dem Münchner
Maler Theodor Pixis (1831—1907) zu ſeinen „Bildern zu deutſchen Volks⸗
und Lieblingsliedern“, die der Künſtler ihm geſchickt hatte. — 2 Widmung in
ein „Gaudeamus“. Über Chriſtoph Schmezer ſ. oben, S. 112. — 3³ Bgl.
oben. S. 60.
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