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7. Widmungen, Dank und Grüße. 379
Mir g'fallſt, wann d' im See draus
Als Nix umiſchwimmſt,
Und g'fallſt, wann d' ſchön trocken
Am Land daher kimmſt,
Im Kopf nix Verzwickts,
Und im Herzen nix Alts:
Hoch leben die Kinder
Der fröhlichen Pfalz!
Dem Improviſator Herrmann'.
(9. April 1869.)
Liebreich iſt ſein Benehmen,
Sein Vortrag ein Akkord,
Doch will er Abſchied nehmen,
Ruft alle Welt: Fahr' fort!
.. . Was in der Wörter Hülle
Als ſtille Seele kreiſt,
Weckt zu melodiſcher Fülle
Ein feiner Künſtlergeiſt.
Im Gleichtakt bebt's und hebt ſich,
Denn Polyhymnia ſpricht;
Der ſtarre Laut belebt ſich,
Die Rede wird Gedicht.
„Drum nicht, daß man ihn weiſe
An einen fremden Ort,
Nein, ſeiner Kunſt zum Preiſe
Ruft alle Welt: Fahr' fort!
An Felir Dahn!.
Felix lyram tetigisti
Ipse Sedan qui vidisti
Et Gulielmum Caesarem.
1 Friedrich Wilhelm Herrmann, geb. 1834 in Braunſchweig, geſt.
1900 in Steglitz, durchzog Deutſchland als Schauſpieler und ſeit 1862 als
Improviſator. — ² Felix Dahn hatte 1871 ſein Gedicht „Macte Senex
Imperator“ zugunſten der deutſchen Wilhelmſtiftung lateiniſch urid deutſch
drucken laſſen. Auf einen Abzug ſchrieb Scheffel die obigen Verſe.
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