Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 384
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0457
384 G Nachleſe.

Gott laß euren fröhlichen Sängermut
Noch manche Feſtblüte treiben!
Der Singkunſt war ich als Füngling ſchon gut,
Ich will's auch als JFubelgreis bleiben.

Der deutſche Rhein ſeiner Kaiſerin'.
. (o. November 1876.)
Rheinabwärts fuhren Germanen
Zum Streit wider Gallien und Rom.
Da warf ihre Prieſt'rin huldwerbend
Ein Weihegeſchenk in den Strom.

Ein Armband, köſtlich und teuer,
Das die herrliche Hand ihr umfing;
Echtgoldig, wie Sonnenfeuer,
Vier Drähte, verflochten zum Ring.
Aufblitzt und verſank es zur Stunde,
Der Rhein nahm's treu in Verwahr
Und ſprach zu den Nixen im Grunde:
„Nun hütet's mir manch tauſend Fahr!
„Bis hüben und drüben am Ufer
Der Spenderin Sprache erklingt,
Bis hüben und drüben die Fahne
Der Deutſchen ſchwarz-weißrot ſich ſchwingt. *

Fahrtauſend ſchwand um Fahrtauſend,
Nun hat die Zeit ſich erfüllt.
Aus fernſter Vergangenheit grüßen
Geheimnisvoll Zeichen und Bild.

Vor Hildesheim blinkte aufs neue
Ein Prunkſchatz der Varusſchlacht',
Nun dankt auch der Rhein für die treue,
Die feſte germaniſche Wacht.

1 Bei Ausbaggerungen für die Strompfeiler der Eiſenbahnbrücke bei
Koblenz wurde am 9. November 1876 das im Gedichte erwähnte Armband
gefunden; die Eiſenbahndirektion machte es der Kaiſerin zum Geſchenk. —
2 Der bekannte „Hildesheimer Silberfund“, ein Haufe prächtig gearbeiteten

ſilbernen Tafelgeſchirres römiſcher Herkunft, 1868 am Galgenberg bei Hildes-

heim gefunden und gerne mit der Varusſchlacht in Verbindung gebracht.

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