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7. Widmungen, Dank und Grüße. 389
Hier Karlsruh's Schloß und all die trauten Stellen,
1 Die deiner Kindheit frohe Spiele ſahn,
Dort taucht die Mainau aus des Bodans Wellen,
Und Schwarzwaldburgen ragen himmelan.
Unrnd noch ein Kleinod ſticken wir und weben
Unſichtbar drein als Zierde und Symbol:
1s „Viel treue Herzen bleiben dir ergeben,
Badenias Liebe zieht mit dir.. Leb' wohl!“
Gedenkblatt.
(Zum 20. September 18811.)
Slilbern ward der Myrte Grün,
Gottes Segen waltet;
Schmucker Sproſſen drei erblühn,
Badens Stamm nicht altet:
6 Echter Liebe Zauberkraft
Aus dieſem Silber Gold einſt ſchafft.
Gentianen-Strauß.
Zu einem Aquarell Strauß von Frida * „“. Weihnachten 18812².
Wo ſich in Schilf und Rohren
Der Unterſee verliert,
Hat unſre blaue Heerſchar
Den Wieſengrund geziert.
5 L Warm ſchien in unſren Kelchen
Die Sonne auf den Tau,
Und Himmel, See und Alpen
Erſtrahlten blau in blau.
Und wurden wir gebrochen,
10 So ſchmückten wir als Strauß
Noch lange Winterwochen
Ein freundlich Dichterhaus.
1 Cag der ſilbernen Hochzeit des großherzoglichen Paares von Baden. —
2 Scheffel dankte mit Bilb und Verſen Nürnberger Patriziern, die ihm im
Sommer 1881 in Mettnau als Meiſterſänger feierlich gehuldigt hatten unter
Überreichung eines mit Enzianen durchflochtenen Kranzes.
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