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7. Widmungen, Dank und Grüße. 391
Wer hat wie du, o Nataly,
20 So ſchmackhaft eßbare Gedanken? —
Gott lohn' dir die köſtliche Gabe,
Nataly — weißer Rabe!
Dank an die Gemeinde Gabelbach für die Einladung
zur Kirchenviſitation'.
Ob auch der Tag der Prüfung naht,
Harr' aus, du kleine Gemeinde,
Die den Kickelhahn zum Freunde hat
Und keine Großmacht zum Feinde.
8 Wo Frohſinn weilt, flieht Leid und Weh,
Die Prüfung muß dir glücken,
Und Reh mit Kloß und Kloß mit Reh
Den Kirchweihſchmaus dir ſchmücken
Gern käm' auch ich, doch plagt mich hart
10 Ein Zahnweh mit Zwicken und Reißen:
Und wär' der Braten noch ſo zart,
Ich könnt' ihn heut nicht beißen.
Der Gemeinde Gabelbach'.
Solang' hoch ob vom Thüring-Land
Des Kickelhahns Turm ſteht,
Solang' um ihn wie Weihrauchduft
Der Tannen Harzduft weht —
5 Blüh' die Gemeinde Gabelbach!
Dies wünſcht der Gemeindepoet.
— d½0 (DꝓPK—⸗ovbwbbl
1 Scheffel war von der Gemeinde Gabelbach (über ſie vgl. oben, S. 109,
1883 zu einer „Kirchenviſitation“ eingeladen worden, wie ſie ihr Mitglied,
der Superintendent Linke, abzuhalten pflegte. — ² Scheffel ſandte der Ge⸗
meinde dieſen letzten dichteriſchen Gruß am 1. März 1884.
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