Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 392
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Rachleſe.

„Nhodopis“ von A. von Freydorf'.

Hab' Dank für deine „Rhodopis“ —
Sie kommt als wie ein Roſenblatt,
Das eines ſanften Zephirs Wehn
Am Seeſtrand aufgewirbelt hat.

Nur wer mit reinem Kinderherz 5⁵
Sich freut an kindlicher Träume Trug,
An Abendwölklein-Purpurſchein
Und Schleierwehn und Mövenflug,

Lauſcht ſolcher Mär, — doch tadelt wer:
Flugs nebelduftig, federleicht 10
Streicht Schleier, Wolk' und Möve fort,
Von keinem Pfeil der Welt erreicht.

Ins Fremdenbuch des Schloſſes Thalheim'.

Es kam ein alter Meiſter
Mit ſeinem langen Sohn
Pfingſtfroh hierher gefahren,
Der Hauptſtadt Staub entflohn.

Die Pracht lichtgrüner Felder, 5
Die wohldurchblümten Au'n,
Die Stille hoher Wälder,
Die Güte edler Frau'n,

Der Enkel friſch Gedeihen, L
Des Brautpaars junges Glück 10
Rief ihm ein mild Erinnern
Entſchwundner Zeit zurück.

1 Albertine von Freydorf, Gattin des babdiſchen Miniſters von
Freydorf, Tochter der Freiin von Cornberg, die mit Foſephine Scheffel eng
befreundet war (vgl. oben, S. 295), ſtand in nahen Beziehungen zum Dichter,
wie ſie ſelbſt vielfach als Dichterin hervorgetreten iſt, und hat nach ſeinem
Tode der SÖffentlichkeit zahlreiche Mitteilungen über ſein Leben gegeben. —
2 Thalheim liegt bei Heilbronn. Scheffel hatte zu den Bewohnern des
Schloſſes, Frau Gilmer und Töchtern, ſeit 1877 durch A. v. Werner Beziehun⸗
gen gewonnen; das Gedicht entſtand 1884.


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