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408 Anmerkungen des Herausgebers.
Heinrich Riehl, Adolf Hausrath haben in ihren Lebenserinnerungen
viele anziehende und wichtige Nachrichten über den Dichter er-
halten; auch auf das Büchlein von G. Zernin („Erinnerungen an
Dr. J. V. von Scheffel“, Darmstadt und Leipzig 1886, 2. Aufl., das.
1887) und die inhaltreichen Mitteilungen von Bernhard von Beck
im „Jahrbuch des Scheffelbuches“ für 1894 sei noch verwiesen.
Die eingehendste Darstellung von Scheffels äußerem ILebden und
zugleich eine eindringliche Würdigung seiner Dichtung bringt das
Werk:
Proelß, Scheffel = Johannes Proelß, Scheffels LJeben und
Dichten (Berlin 1887; eine verkürzte, etwas umgearbeitete Aus-
gabe erschien unter dem Titel „Scheffel. Ein Dichterleben. Volks-
ausgabe“, Stuttgart 1902). Mit bewundernswerter Umsicht und
Sorgfalt war hier unmittelbar nach dem Tode des Dichters auf
Grund eindringlicher Benutzung aller gedruckten sowohl als un-
gedruckter schriftlicher und mündlicher Überlieferung ein Bild vom
Leben und Wirken des Dichters gezeichnet, das für die Scheffel-
forschung grundlegend bleiben wird. Alle übrigen selbständig er-
schienenen Lebensgeschichten Scheffels sind daneben unbedeutend.
Die beste Würdigung Scheffels im engeren Rahmen hat Michael
Bernays in seiner Rede bei der Einweihung des Karlsruher Scheffel-
denkmals gegeben (,‚„Schriften zur Kritik und Literaturgeschichte“,
Bd. 3, S. 329 ff., Berlin 1903). — Besondere Nennung verdient auch
Adolf Sterns Darstellung in seinen „Studien zur Literatur der
Gegenwart“ (2. Aufl., S. 153 ff.; Dresden und Leipzig 1898). — Um
der Namen ihrer Verfasser willen seien auch die Ausführungen von
Otto Brahm, „Deutsche Rundschau“, Bd. 48, S. 229 ff., und
August Sauer, „Zeitschrift für allgemeine Geschichte“, Bd. 3,
S. 369 ff., erwähnt.
Die zünftige Forschung hat sich mit Scheffel im einzelnen auf-
fallend wenig beschäftigt. Ich nenne die Arbeiten von Wilhelm
Südel, Heines Einfluß auf Scheffels Dichtungen (Dissertation,
Leipzig 1898); Richard Clyde Ford, Scheffel als Romandichter
(Scheffel as a novelist; Münchener Dissertation 1900); S. G. Mulert,
Scheffels,„Ekkehard“ als historischer Roman (Münster 1909). Auch
die Arbeiten von O. Heilig über Scheffels Sprache („Alemannia“,
herausg. von F. Pfaff, Neue Folge, Bd. 2, S. 56 ff., und,, Jahrbuch'“
1904, S. 67 ff.) seien genannt.
In den Aufsätzen des „Jahrbuchs des Scheffelbundes“
(in verschiedenen Verlagen seit 1890 erschienen) ertrinken die
wenigen bedeutenden Beiträge in einer hoffnungslosen Flut von
dilettantischem Gerede und Gereime.
Eine witzig wunderliche Scheffelbibliographie hat der Begrün-
der des Scheffelmuseums in Mattsee geliefert li⸗ Joseph Viktor von
Scheffel und seine Literatur“. Prodromos einer Scheffel- Biblio-
graphie von Anton Breitner. Bayreuth 1912).
Die Ungunst des vergangenen Kriegsjahres, in dem diese Aus-
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