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Gaudeamus! S. 14—22. 411
V. 73 ff. klingen wörtlich an „Ekkehard“, Bd. 3, S. 28, Z. 9 f.
S. 20. Der erratiſche Block. Über den Ausflug mit Ausfeld vgl.
dessen Bericht: „Schweizer Freunde“, S. 35. Die beiden besahen
damals auch den gewaltigen Findling aus Alpengneis am Abhange
des Rebberges und kehrten dann in der Pinte am Fuße des Berges
ein. Darauf dürfte sich wohl der Schluß des Gedichtes beziehen.
Proelß, Scheffel, S. 625 f., führt das Gedicht auf eine Stuqienfahrt
zurück, die Scheffel damals mit einem zu Besuch gekommenen
Freunde in die Findlingslandschaft unternommen hätte; das Wirts-
haus aus erratischem Gneus stehe noch zu Birmensdorf im Kanton
Aargau.
Das Lied ist 1866 entstanden; Scheffel erwähnt es in einem
Briefe an Erismann vom 28. November 1866.
S. 22. Der Komet. Das Gedicht ist zunächst eine Parodie der
sehr alten „Hasenklage“, über die man Uhlands „Schriften zur Ge-
schichte der Dichtung und Sage“, Bd. 3, S. 70 f. (Stuttgart 1866)
nachlesen mag. Scheffel lag sie offenbar in der gerade aus dem
Odenwald bezeugten Form vor, die F. M. Böhmes „Deutscher Lieder-
hort“, Bd. 1, S. 525 f. (Leipzig 1894) als Nr. 169 a abdruckt; er ent-
nahm davon den Eingang und die Strophenform (vgl. unten zur
„Martinsgans“, S. 420).
Es ist nun besonders anziehend, zu sehen, wie der in die Sternen-
welt verschobene Inhalt sich auch wieder, und zwar an sehr ernst-
hafte Quellen in eigentlichster Parodie anschließt.
Die Tatsachen für das Gedicht hat sichtlich im wesentlichen
Hermann Burmeisters (1807—92) einst viel gelesene „Geschichte der
Schöpfung. Eine Darstellung des Entwickelungsganges der Erde
und ihrer Bewohner. Für die Gebildeten aller Stände“ geliefert.
Sie gedenkt S. 129 der 3. Auflage (Leipzig 1848, ich sperre das vor-
züglich Benutzte) der Kometen als „jener wandelbaren, schwach
leuchtenden Gestirne von ungleicher Masse, welche von Zeit zu
Zeit im Bereiche unseres Sonnensystemes erscheinen oder mit uns
die Sonne in langgezogenen Ellipsen umkreisen. TIhre Substanz
ist dunstförmig, das lehrt der Augenschein; sie leuchtet, gleich
den Planeten, nur mit erborgtemLichte Die meisten Ko-
meten. bestehen aus einem schärfer umgrenzten Kern von helle-
rem Lichte, hinter dem sich ein langer Dunstnebel her-
zieht Dieser dem Kopfeoder Kerne folgende Schweif
nimmt an Größe zu, je näher der Komet an die Sonne heran-
rückt. Nicht immer behält er die gleiche Stellung, er schwankt
vielmehr, nach rechts und links abweichend, in be-
stimmten Pausen die mit der Annäherung immer stärker
werdende Attraktion der Sonne. Indem nämlich ungleich dichte
Bestandteile des Kometen ungleich von der Sonneangezogen.
werden, müssen allerdings die zarteren Schichten mehr zurück-
bleiben und als Folge davon den Schweif verlängern Der-
gleichen Verhältnisse könnten aber nicht eintreten, wenn die Be-
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