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Gaudeamus! 8. 24— 34. 413
S. 28. Altaſſyriſch. Das Gedicht ist eine Parodie auf den Pro-
pheten Jonas, der drei Tage im Walfisch sitzen mußte, weil er sich
geweigert hatte, in Miniveh zu predigen. In den „Liedern aus dem
Engeren“ trägt es noch die Überschrift „Jonas“.
S. 32. Pumpus von Peruſia. Scheffel schickte das Gedicht in
der Handschrift am 22. November 1857 an Ed. e; vgl. den Brief
bei Proelß, Scheffel, S. 412. Auch für das „Münchener Dichterbu
hatte er es eingeschickt (Briefe an P. Heyse vom 29. April und
25. Mai 1861). Entstanden ist es wohl schon 1854. Die städtischen
Sammlungen in Heidelberg bewahren die Zeichnung eines römischen
Grabmals von Scheffels Hand mit der Unterschrift: Das Grab
Pumpus des Etruskers. Campagna di KRoma. JJ Sch 1854. Seinem
Freunde Knapp zur Erinnerung an den 28. Nov. 1854.
S. 34. Die Schlacht im Teutoburger Wald. Zur Entstehung und
Geschichte des Liedes vgl. die eindringliche Studie von E. Linse,
J. V. v. Scheffels Lied von der Teutoburger Schlacht“ (Dortmund
1909). Das Lied ist vermutlich im Jahre 1848 entstanden; am II. Ok-
tober 1848 schickte es der Dichter den „Fliegenden Blättern“ mit
einer Reihe neu entstandener Gedichte ein, indem er unter der gan-
zen Sendung vor allem auf dieses abnorme Epos aufmerksam macht.
Den Arminiusstoff aufzugreifen, mag ihn das Bid des badischen
Malers Albert Gräfle „Triumph Armins nach der Schlacht im Teuto-
burger Wald“ mitbestimmt haben, das, 1846 auf der Pariser Aus-
stelung mit der goldenen Medaille gekrönt, von der Karlsruher
Kunsthalle alsbald angekauft wurde. Zu der parodierenden Auf-
fassung seines Liedes aber hat gewiß Heine ihn bestimmt, der in der
„Harzreise“ spöttelnd einem „deutschen Barden“ Ratschläge für die
Anfertigung eines „Epos“ zur Verherrlichung Hermanns und der
Hermannschlacht erteilt (Heines Werke, herausgegeben von E. Elster,
Bd. 3, S. 62) und in „Deutschland, ein Wintermärchen“ 1844 im
Kaput XI die Tat Armins satirisch ausgebeutet, des „klassischen
Morasts, da Varus steckengeblieben“ wie des Denkmals in Detmold
gedacht hatte, zu dem er „selber subskribieret“; das Scheffel diese
Strophen im Sinne lagen, ist offensichtlich.
Der gläanzende Humor, die volksmäßige Form machten Scheffels
Dichtung rasch außerordentlich beliebt und ließen sie bald das Ge-
schick des Volksliedes erleben; schon in den Kommersbüchern er-
schien es mit Zudichtungen (vgl. unten „Zur Gestaltung des Textes“).
1870 viel gesungen, ward es, wie der Dichter selbst sagt, wider die
eigentliche Stimmung bei ſeiner Abfaſſung und uns Heutigen kaum
verständlich, als Festlied bestimmt für die am 6. August 1875 erfolgte
Einweihung des Hermanndenkmales; es wurde unter Mitwirkung
des Dichters selbst neu ausſtaffiert, umredigiert und mit einer volks-
tümlichen Melodie verſehen. Diese dem Gunglschen Sturmmarsch
entlehnte Weise hat es behalten, während es'bis dahin auf die
weise des Liedes von den „Hussiten vor Naumburg“ gesungen war.
Dies 1832 von Seyferth verfaßte Gedicht hatte Scheffel das Vers-
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