Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-1
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (1)
[1919]
Seite: 414
(PDF, 92 MB)
Bibliographische Information
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke1/0487
414 Anmerkungen des Herausgebers.

maß gegeben und schwebte ihm sichtlich bei der Gestaltung im ein-
zelnen vor.
Der Witz des Gedichtes erhöht sich, wenn man die genaue Be-
nutzung der geschichtlichen Überlieferung (Tacitus, Sueton) durch
Scheffel beachtet.
S. 36. Am Grenzwall. Scheffel schreibt in einer Epistel an den
„Engeren“ vom 15. Dezember 1851 aus Bruchsal (mitgeteilt bei
Proelß, Scheffel, S. 226 f.) in Anspielung auf die Verhaftung von
Louis Adolphe Thiers beim Staatsstreich vom 2. Dezember 1851:
In Erwähnung daß der Bürger Thiers ſich dennoch abfaſſen ließ

„ha' — hamm, hammer dich émol
an dei'm verriſſenen Camiſol
Du ſchlechter Kerl —“

und an Julius Braun kurz darauf (bei Proelß, Scheffel, S. 229):
wie wohl michs herzlich gefreut hat, daß der kleine Thiers auch einmal
mit jenem keltiſchen Geſang: „Ha — ham' — hammer dich emol ete.“
abgefaßt und nach Ham in Schatten geſetzt wurde. Von einer Kom-
position des Liedes schreibt Scheffel unter dem 19. Oktober 1873 an
Schwanitz (S. 245): Der Odenwälder Refrain — ha — hamm —
hammer dich emol — muß ausdruckvollſt betont werden.
Den gerne geübten Brauch, einem Liede ein Leitwort aus einer
Chronik, einem älteren Gedichte u. dgl. voranzusetzen, das oft wie
eine Stimmgabel nur dazu dient, den Ton anzuschlagen, aus dem
das Folgende geht (manchmal freilich auch mit berechneter Stim-
mungsbrechung), hat Scheffel doch wohl von Hoffmann von Fallers-
leben entlehnt, der gleichen Brauch aufs ausgiebigste geübt hat.
S. 38. Das Hildebrandlied. Daß dies Lied noch aus der Heidel-
berger Studentenzeit stammt, haben Proelß mehrere Verbindungsbrü-
der Scheffels bezeugt (Proelß, Scheffel, S. 59). Der Dichter schickte
es am 31. Oktober 1848 an die „Fliegenden Blätter“ zusammen mit der
„Teutoburger Schlacht“ und dem „König Wenzel“; am 11. August
1848 dankt er Schwanitz für die Kompoſition des Hildebrandliedes
(Schwanitz, S. 125). In Säckingen klagt er am 20. April 1880 dem
Freunde: Ob ich wohl in meinem Leben noch einmal in eine Hildebrand-
und Hadubrandſtimmung verſetzt werde? Sie kommt mir oft wie ein
Traum aus anderer Welt vor (ebenda/S. 141). 2 Strophen, die Scheffel
1873 hinzufügte (ebenda, S. 245, vgl. unten „Zur Gestaltung des
Textes“), bedeuten keine Bereicherung.
S. 41. Des Kloſterkellermeiſters Sommermorgenklaggeſang.
Das Gedicht sollte ursprünglich wohl im Kreise der Aventiurenlieder,
die um den Mönch von Banth sich stellen, seinen Platz finden. Scheffel
erwähnt es in Briefen an Heyse, dem er es 1861 für das „Münchener
Dichterbuch“ mit dem „Wanderlied“ (oben, S. 40) und anderem
eingeschickt hatte als Nenia matutindg.
S. 46. Der Enderle von Ketſch. Scheffels im Geleit angeführte
Quelle ist das von dem Frankfurter Mattheus Merian (1593— 1650)


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