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428 Anmerkungen des Herausgebers.
Stets zwei gute Kameraden
Gingen wir denſelben Weg,
Ob hinaus ins Hochgebirge,
Ob ins ſtaubige Kolleg.
Hier nun hab' ich alles wieder,
Was mich dort gefreuet hat,
Aber Du ziehſt ja nicht mit mir
Durch die Berge, durch die Stadt:
Und ſo ſitz' ich denn allein da
Mit dem wehmutsvollen Sehnen,
Und ins große Corpus juris
Fallen mir zwei kleine Tränen.
S. 287. Chriſttag. Die Anklänge an den Schluß des ersten
Faustmonologs sind deutlich. Zum Inhalt vgl. den Brief an Schwa-
nitz vom 27. September 1846 (Schwanitz, S. 68).
S. 289. Die Berliner Stimmung erläutert der Brief an Schwa-
nitz vom 2. November 1845 (Schwanitz, S. 25).
S. 290. Rodenſteins Auszug. Vgl. dazu oben, S. 418.
. S. 291. Im Schwarzwald. Die Erfindung ist, denke ich, nicht
unabhängig von Freiligraths Gedicht, „Des Kaisers Segen“, aus dem
„Glaubensbekenntnis“, welchen Titel wir oben, S. 202 parodiert
sahen.
S. 291. Frühlingsboten. Der Vorwurf ist objektiviert im 4.
der „Lieder Margaretas“, oben, S. 263, und völlig episiert im,„Trom-
peter“, V. 3754 ff.
S. 292. Sankt Fridolin. Die Sage war schon von Gustav Schwab
in einer Ballade behandelt, die auch das von Scheffel viel benutzte
„Badische Sagenbuch“ von Schnezler, Bd. 1, S. 167ff. (Karlsruhe
1846) wieder abgedruckt hat. Zugrunde liegt die „Vita S. Fridolini“,
Kap. 40. Schwabs Gedicht hat Scheffels Ballade in Kleinigkeiten
mit bestimmt, in der Stimmung aber und im Wortlaut der vor-
letzten Strophe klingt es an Heines „Wallfahrt nach Kevlaar“ an,
der es auch in der Strophenform folgt.
S. 295. Der Fechter von Navenna. Von Frau Mathilde Thöne
schreibt Scheffel am 26. Oktober 1860 an P. Heyse: ihre Thusnelda
iſt mir aus der Zeit, da ich noch das Schauſpielhaus beſuchte, als treff⸗
liche Darſtellung in Erinnerung.
S. 299. Vita poetarum. Das Gedicht stammt aus dem Mün-
chener Winter.
S. 301. Maria. Die Gedichte entstanden im Sommer 1857 an
der normannischen Küste. Das erste Gedicht ist aber in Prosa in
Scheffels Brief vom Sonntag Judica 1857 an August Eisenhart (bei
L. v. Kobell, Scheffel und seine Familie, S. 33, Heidelberg 1901) be-
reits enthalten. Meine gute einzige Marie! schreibt er dort, die
Tränen ſtehen mir in den Augen, da ich ſchreibe.. wie manche ein—
ſame Nacht ſitze ich auf meinem Lager, ich hab einen milden Schauer
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