Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 43
(PDF, 96 MB)
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10

1⁵

O

Wolfram von Eſchenbach. 43

Wie anders tönt der Windſtoß längs der Halde,
Wie anders, denn am Tag, des Roſſes Tritt!
Schwarzdunkel liegt der Berg. Nur in den Zweigen
Spielt da und dort ein matt unſicher Licht ...
Iſt's Mondenſchein? iſt's mitternächt'ger Reigen?
... Vorwärts, mein Roß, und ſträub' die Mähne nicht!
Furcht kenn' ich nicht; doch kalt unheimlich Grauen
Hat ſich der Seele wie ein Alp genaht,
Und nimmer, nimmer möcht' ich rückwärts ſchauen,
Denn fremde Geiſter ſpür' ich um den Pfad:
Als woll' empor aus Stein und Kluft ſich ringen,
Was lang' dem Licht entrückt iſt und verweſt.
„Strebt ihr, auch mich vom Roß herabzuzwingen?
Laßt ab! ich weiß kein Wort, das euch erlöſt!“
Was von dem Tag ſein Leben froh empfangen,

Hält ſich geduckt im Buſch und ſchläft und träumt;

Der Schöpfung heller Geiſt, — ich fühl's mit Bangen,
Hat dunklerer Gewalt den Platz geräumt.
Mein eigen Herz, ſamt dem, was ich jetzt denke'?,
Hielt' es die Probe in der Sonne Licht??
.. . Dort winkt der Turm, dem ich entgegenlenke,
Vorwärts, mein Roß, und ſträub' die Mähne nicht!

Dem Landgrafen Hermann den „Parzival“ über⸗-
reichend.

Swaz an den buochen stèt geschriben
des bin ich künstelòs beliben.
niht anders ich geléêret bin:
wan hän ich kunst, die git mir sin.
„Willehalm“ 2, 19.

Ein redlich Werk, mit dem ich lang' gerungen,
Steht, dank dem Herrn, vollbracht in Würdigkeit:
Von Parzivals, des ritterlichen, jungen,
Prüfung und Fahrt zum Gral bring' ich Beſcheid;
Auch Gamuret*, des Vaters Minneflamme,
* Die erſten beiden Bücher des „Parzival“ erzählen von den Liebesver-
hältniſſen Gahmurets, des Vaters Parzivals, insbeſondere von ſeinen beiden

Ehen mit der Mohrin Belakane und der dem Gralsgeſchlecht entſtammten
Herzeloyde, der Mutter Parzivals.


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