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Frau Aventiure.
Der Wende dacht', es wäre ſein,
Wir nahmen'’s ihm als Sieger:
— Auf jedem Berg ein ſchroffer Stein,
Auf jedem Stein ein Krieger!“
Gottlob, bald war der ſtolze Bau
Zum Rabenſtein ereilet,
Dank, dreimal Dank der hohen Frau,
Die allen Kummer heilet.
Dem Mäntelräuber ſang ich Fluch,
Die Gute hört's im Hofe,
Uns bracht' fünf Ellen lündiſch Tuch
Als Gottestroſt die Zofe.
Dank auch, auf Albuines Schloß
Dir, tapfrer Pottenſteiner!
Du nahmſt uns auf, an Güte groß,
Sangfroh wie unſereiner.
Wie ſchwand die Nacht beim Becherruck,
Wie dröhnten deine Hallen
Beim Fägerlied vom Guiguck
Und den drei Nachtigallen!
III.
Schmal wohnt im Burgſtall Tycherfelds
Ein Burgmann ſonder Tadel,
Ob ſeinem Haus zackt ſich ein Fels
Schmalſpitz wie eine Nadel,
Schmalhans pflegt auch des Haushalts ſein,
Wir woll'n ihn nicht beſuchen,
Bis daß die Asbach fließt von Wein,
Sein Fels ein Zimmetkuchen.
Wer dich, o Goswinſtein, erbaut,
Verbrauchte manch Pfund Heller...
Sigiza, alte Knappenbraut,
Führ' uns zum ſteilen Söller!
Wer hoch dort ob dem Abgrund ſchwebt,
Dem liegt die Welt zu Füßen,
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