Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 90
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0090
90 Frau Aventiure.

Von Moggaſt geht's durch ſteinig Feld
Hinüber nach Drameuſel,
Dort ſteht verſteckt am End'’ der Welt
Ein wohlummauert Häuſel;
Nachts reiten Reiter ein und aus,
Weiß nicht, was ſie erſchnappen ...
Kriſpinus“ iſt Patron im Haus,
Der Stegreif blinkt im Wappen.
Am Turm von Aufſeß grüßt uns dann
Die Roſe aus blauem Schilde,
Ein ſchriftgelehrter Rittersmann**
Hegt ſie in ernſter Milde,
In der Kapelle hat er ſich.
Schon Gruft und Sarg beſtellet,
Doch zecht er noch friſch tugendlich,
Wenn er den Hirz gefället.
Wer gern im Kloſter in ſich geht,
Der darf zu Lankheim gaſten,
Allwo der Pilgrim wohl beſteht,
Und müßt er ewig faſten;
Der Cellerarius Adelhun
Füllt jedem gern ſein Kännlein
Und ſpricht: „Ihr müßt nicht ängſtlich tun,
Es beißt euch nicht, ihr Männlein.“
... Und ſchaut der Zeh zum Schuh heraus,
Und blüht der Lenz zu Ende,
So ſchleicht der Menſch beſtäubt nach Haus
Durchs grüne Maingelände. L
Doch — ob von langer Wanderſchaft
Die Saiten all zerſprungen: L
Im nächſten Fahr, ſchenkt Gott die Kraft,
Wird wieder friſch geſungen!

* Sankt Kriſpin als Schutzherr der Diebe: er ſoll das Leder geſtohlen
haben, um Armen Schuhe daraus zu machen. — * Anſpielung auf Hans
Freiherrn von und zu Aufſeß (1801—72). Seinen Bemühungen gelang
1852 die Begründung des Germaniſchen Muſeums, deſſen erſter Vorſtand er
war; ſeine Sammlungen bildeten den Grundſtock des Muſeums.

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