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Anaſtaſios der Byzantiner. 111
Eine Schleife, ſchwarz und dunkel
Wie der Traum, den ich geträumt,
Nur am Rande vom Gefunkel
Goldner Fäden licht umſäumt.
Vorn zur Bruſt heft' ich die Litze,
Die mein Kettendolch umſpielt...
Und ſchon fühl' ich, wie die Spitze
Züngelnd nach dem Herzen zielt.
Sei's drum! eh' die Nacht ſich endet,
Überſtrömt mein Blut dies Lied ...
Wer von dir ſich ſcheidend wendet,
Längſt von Licht und Leben ſchied.
Läutet, Glocken, dumpfen Schalles
Einem armen Mann zu Grab:
Hier war's: o mein Eins und Alles,
Wo ich dich verloren hab'!
Anaſtaſios der Byzantiner.
Trauergeſang
unm die Eroberung Konſtantinopels durch die lateiniſchen Kreuzfahrer i. J. 1204
Et àε τρ νare α ο bαεν ανωτααα,
unj ve eo*ι robrον αοτννν àααααιεροτς.
adroè yàâ vοQa db&ρον dοοοα ρα⅞ os,
α rαα τ0ροιν εοιε ' ονιοο &§.
Nicetae Choniatae „urbs capta“, cap. x.
Meine Seele ſteht in Sorgen,
Von der Heimat abgetrennt
Schaut ſie klagend aus nach Morgen,
Nach dem teuren Orient.
Ach, mit jedem Tage bringt er
Neu uns Helios' goldne Fahrt,
Neu mit jedem Tage zwingt er
Mir die Träne in den Bart.
* „Wenn ihr Schreckliches erduldet habt um eurer Schlechtigkeit willen,
ſo ſchreibt nicht den Göttern die Schuld zu, denn ihr ſelbſt habt dieſe groß
gemacht aus euren Mitteln, und darum kamt ihr in dieſe üble Knechtſchaft.“
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