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Heinrich von Ofterdingen. 1381
Ich fürcht', ihr ſüßen Kinde,
Ihr tut heut um die Linde
Des Guten ſchier zu viel.
Schon ſeh' ich zweie ſpringen
Und miteinander ringen,
Als gält' es ernſten Strauß:
Die zierliche Jeſchute
Im neuen Zindelhute
Schaut wie ein Waldweib aus.
Herr Walter mit Hiltgunden,
Tief in der Streu verſchwunden,
Wer ſchaufelt ſie hervor?
Wer tröſtet Marviljüͤſen,
Daß ſich in ihren Buſen
So manch dürr Blatt verlor?
B 4.
Verſchnaubet nun, ihr Schönen!
Den dürren Herbſt zu höhnen,
Iſt friſcher Jugend Recht.
Könnt' er in Knoſpen prangen,
Nie trügen wir Verlangen
Nach ſolchem Streugefecht.
Nun ſei genug des Springens,
Laubſchüttens, Glöckleinklingens,
Der Reigen hat vertobt;
Schnürt Gürtelſchmuck und Mieder
Gerad' und folgt mir wieder,
Daß uns die Mutter lobt.
Und fühlt ſie euch mit Bangen
Die glühheiß roten Wangen
Und fragt: „Was Feind ſchuf das?“
So ſprecht: „Frau Mutter, eja,
Das ſchuf der Hoppeldeia
Im dürren Laub und Gras!“
5.
Du aber, Tanzgenoſſe,
Kehrſt heut nicht heim zum Schloſſe,
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