Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 132
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0132
132 Frau Aventiure.

Der Herbſt biegt uns ein Bein.
Mit Kännlein und mit Kannen
Heiſcht itzt zum Kampf die Mannen
Sein Sohn, der neue Wein. -
Er ſoll die Walſtatt räumen,
Ihm werd' für Braus und Schäumen
Ein Grab in kühlem Grund!
Hervor denn aus dem Faſſe,
Herr Moſt, daß euch die Gaſſe
Durch unſre Kehlen kund!
Wir jubeln krügelüpfend,
Bis daß die Seele hüpfend
Auf einer Rippe ſteht...
Bis Sonne, Mond und Erde
Auf unſres Reigens Fährte
Sich dreht — und untergeht“s.

Danklied.

(Mit einem neuen Winterkleid beſchenkt, das eigentlich dem tugendhaften
Schreiber beſtimmt war.)

Heinrich von Ofterdingen
dieses maere getihtet hät
daz sùú sus meisterlichen stat.
des waren ime die fürsten holt
sie gaben im silber unde golt
do zuo pfenning und riche wat.
„Kunech Luarin“, v. 2921.

Das Streifen durch die Lande — fahr hin, du alte Wat,
Macht ſtreifig die Gewande und mürb an Saum und
Naht; G
Sie ſchwinden hin und ſiechen, ihr Siechtum heißt Faden
ſchein L
Wir müßten uns verkriechen, hülf' Milde nicht von Pein.

Dank ſei den edeln Händen — fahr hin, du alte Waͤt,
Die uns erratend ſpenden, um was der Mund nicht bat.
Herbſtröcklein, dünn und ſchmächtig, wie wohl biſt du ver⸗
L tauſcht!
Samtſchwer und faltenprächtig ein Mantel mich heut um⸗
rauſcht.


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