Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 140
(PDF, 96 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0140
140 Frau Aventiure.

Des Meiſters Konradus Spur.

Dizze vil alte maere
het ein schribaere
wüen an ein buoch geschriben.
des en ist ez niht beliben,
ez enst ouch dàvon noch bekant
wie die von Burgonden lant
mit freude in ir geziten
in manigen landen witen
ze grözem prise waren komen.
„Die Klage“, V. 17.

... Die Biſchofsleute ſprachen viel beim Mahle
Von alter Zeit; ihr Lehrgeſpräch war laut.
Nun raſt' ich ſtill im fenſteroffnen Saale,
Der nach der Luft und nach der Donau ſchaut.
Wie ſtrömt, im Rahmen ſchlanker Säulenbogen s
Zu Füßen mir der Strom ſtolzherrlich hin!
Verglühend Sonnenrot beſäumt die Wogen,
Die breit und mächtig lautlos oſtwärts ziehn.
Ein alt Brevier, wie's vor zweihundert Fahren
Den Chorherrn üblich, ruht in meiner Hand; 10
Der Burgkaplan bracht's bei, um zu erfahren,
Ob uns von Meiſter Cuonrät nichts bekannt.
Denn wo am Schluß vier Blätter freigeblieben,
Stehn wie Geblüm, das um ein Kirchtor rankt,
Lateiniſch noch vier Lieder hingeſchrieben 15
Von Greiſenhand, die zittrig kritzt und ſchwankt.
Ich leſe ſie. Mein Auge ſchwimmt in Tränen:
„Wer war der Greis, den Worms ſolch Lied gelehrt?
Wem in der Oſtmark galt ſein ſteuernd Sehnen?
In welchem Grenzkampf ſchwang auch er ein Schwert?“ -
J· nd flüſternd hör' ich's durch die Blätter beben:
„Verfahrner Mann, dir ſind die Toten hold.
Folg' dieſer Spur, und du wirſt Schätze heben,
Nicht weit von hier blinkt Nibelungengold!“
Vernehmt, was im Brevier lateiniſch ſtand:
L I.
Zu Wormſe auf dem Rheine 25
Da iſt ein Hof gemacht,


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