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142 Frau Aventiure.
Es hüten mit ihm der Roſen
Zwölf der beſten Mann,
Die in keines Königes Lande
Man beſſer finden kann.
Die Pforten ſind weiß und golden,
Unbeſchloſſen die Tor',
An jeglicher Pforte liegen
Die edeln Hüter davor.
Der dort den Preis erwirbet
Zu Wormſe auf dem Rhein:
Man gibt ihm eine Jungfrau küſſen
Und ein Roſenkränzelein)!
II.
Koſewind, Toſewind, biege die Segel mir,
Mutig durchflattre, Kreuzwimpel, die Luft!
Glückverwandt, rechterhand fliegen die Vögel mir,
Alpen erglühn in ferngoldenem Duft.
Lang' ſchlich durch bergwaldumſchloſſene Wilde
Strömung wie Fahrzeug ſich einſam und träg,
Menſchenbewohnte weit offne Gefilde
Schauet das Aug' jetzt frohlockend am Weg.
Schwinge die Kappe, mein rudernder Verge,
Grüße den Traunſtein, des Haupt dort erglüht:
Das ſind des Steierlands bläuliche Berge,
Das iſt die Oſtmark, nach der es uns zieht.
Eile voraus uns, vielflutige Welle!
Wehender Windeshauch, eile voraus!
Fernab an nußbaumumſchatteter Stelle
Melde dem wehrhaften Markgrafenhaus:
Paſſauer Kähne durchrudern wie Schwäne
Zm Namen Maria die ſtrudelnde Bahn;
Nach Bechelaren kommt ſehnend gefahren
Meiſter Konradus, der ſteuernde Mann.
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