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144 Frau Aventiure.
Goldner Wein, Gefahr und Liebe
Blühen uns als Grenzhutlohn...
Und den Hunnen deutſche Hiebe,
Daß ſie heulend fliehn davon!
IV.
Die Wellen fliehn und blinken
Heut wie vor alten Fahren,
Vom Kahn laß mich dir winken,
Du gute Bechelaren!
Wohin ſind die gegangen,
Die Hort und Schmuck dir waren?
In Tränen tau'n die Wangen ...
Du gute Bechelaren*!
Ich nur bin übrig blieben
Mit weißverſchneiten Haaren,
Zu klagen um die Lieben . .
Du gute Bechelaren!
Mein Schiff, bald wird's zerſpringen
Und Bretter leihn zu Bahren...
Bald hörſt du ein Grablied ſingen,
Du gute Bechelaren!
Mich ſehnt nach andrem Steuren,
Mich ſehnt nach andrem Fahren;
Bald find' ich deine Teuren,
Du gute Bechelaren!
Auf wilden Bergen.
Nach Prunk und Glanz und höfiſchem Behagen
In Steingeröll und Hochtaleinſamkeit...
Wohin, wohin hat mich der Sturm vertragen,
Seit daß ich ſieglos ſang im Sängerſtreit!
* Diu guote Bechelaren heißt Rüdigers Burg einmal (1318, 2) in der
Bearbeitung C des Ribelungenliedes.
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