Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 164
(PDF, 96 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0164
164 Frau Aventiure.

Bruder Waghals. Seite 91.

a Ciklat oder Siglät, ein orientaliſches Wort, das einen koſt⸗
baren Seidenſtoff mit eingewebtem Gold bezeichnet. Andere
feine Zeuge waren der Baldekin, Blialt, Palmat, Roſat uſw. S.
Weinhold, „Die deutſchen Frauen“, S. 424.

Fahrender Schüler Pfſalterium. Seite 95.

4 Die fahrenden Schüler, welche in der vielſeitigen geiſtigen
Bewegung des XII. und XIII. Fahrhunderts eine ſcharf aus-
geprägte Richtung vertreten, nämlich eine auf klaſſiſcher Bildung
ruhende, üppige Lebensheiterkeit und eine die Gebrechen der
Berufsſtände, beſonders ihres eigenen, des geiſtlichen Standes
ſcharf geißelnde Satire, haben in der inhaltreichen Liederhand-
ſchrift der „Carmina burana“ („Publikationen des literariſchen
Vereins zu Stuttgart“, Band XV ein wichtiges Denkmal hinter-
laſſen. Der Ernſt und die Schalksnatur ſchreiten mit unbefangener
Jugendfriſche in der glücklich gewählten Verhüllung lateiniſcher
Rhythmen einher.
Manche ihrer Schülerleiſtungen — beſonders die Ergüſſe des
mit dem deutſchen Reichskanzler Reinald von Daſſel, Erzbiſchof
von Köln (1156—67) nach Italien gezogenen Archipoëta Gual-
terus erheben ſich zum Schwungvollſten, was je ein Meiſter jener
Zeit hervorgebracht, und wer heutigen Tages ſich an dem Lied
„Mihi est propositum in taberna mori“ ergötzt, denkt dabei ſchwer⸗
lich daran, daß ſich damit im JFahr 1163 oder 1164 im hohenſtaufi⸗
ſchen Hauptquartier zu Pavia ein leichtſinniger Schreibersmann
ſeinem geſtrengen geiſtlichen Gebieter entſchuldigte, daß er bei
dem ſüßen Wein und andern Lockungen des Südens den Amts-
geſchäften der Schreibſtube untreu geworden. — Im Salzburgi⸗
ſchen ſcheinen die Fahrenden unter Erzbiſchof Eberhard II. (1200
bis 1249) gute Zeiten gehabt zu haben; ſie ahmten in drolligen
Schriftſtücken den erzbiſchöflichen Kurialſtil nach und forderten
durch verſchiedenen Übermut die Geiſtlichkeit zu ſtrengen Unter⸗
drückungsmaßregeln heraus. Bgl. Gieſebrecht, „UÜber die Vagan-
ten oder Goliarden und ihre Lieder“, in der „Allgemeinen Monat-
ſchrift“, Fanuar und April 1853. — Büdinger, „UÜber einige
Reſte der Vagantenpoeſie in Sſterreich“, Wien 1854.


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