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Anmerkungen zu S. 121—127. 171
dô vrägte min heêr Gawäan
umb guote videlaere,
op der dâ keiner waere.
daâ was werder knappen vil,
wol gelert uf seitspil
irnkeines kunst was doch sô ganz,
sine müesten strichen alten tanz:
niwer tänze was dã wênc vernomn
der uns von Dürngen vil ist komn.
„Parzival“ 639, 4 ff.
Die Schilderung, die er von dem älteren Tanze entwirft
och mohte man dâ schouwen
ie zwischen zwein frouwen
einen clären riter gen usw.
weiſt auf einen jener feierlichen Umgänge, bei denen jede Aus-
gelaſſenheit ſtreng verpönt war. Ein bemerkenswertes Abbild
eines ſolchen im Koſtüm des XIV. Fahrhunderts iſt erhalten in
den Fresken des Schloſſes Runkelſtein (herausgegeben von Zin-
gerle und Seelos) Tab. XX: die unter Krone voranſchreitende
Reigenkönigin führt an der Rechten den ihr nicht zur Seite, ſon⸗
dern nachſchreitenden, in knappem Ärmelwams und Schnabel—
ſchuhen erſcheinenden Tänzer, der ſeinerſeits wieder die Rechte
der nach ihm folgenden Dame zurückreicht. So bilden ſämtliche
Paare eine handverſchlungene Kette und ziehen mit ſänftlichen
Schritten, von Saitenſpiel geleitet, nicht ohne gekünſtelte, den
ſteifgeflochtenen Haarzöpfen der Tänzerinnen entſprechende Hal⸗
tung, im Umgang durch einen Baumgarten. Ein eigentümlicher
ſchärpenartiger Gürtel, weit genug, zwei Perſonen zu umfaſſen,
den die Herren loſe umgehangen tragen, mag für andere Figuren
und Schlingungen dieſes Tanzes Bedeutung gehabt haben.
Mit ausgeprägter Freude an gröblichem bäuriſchem Durch—
einander, aber mit überraſchender Kunſt ſind die öſterreichiſchen
Tanzweiſen komponiert. Der Tannhuſer und jener unerſchöpfliche
Virtuoſe, dem wie Licht und Luft auch ein feſter, oft mit ſcharfen
Hieben endigender dörperlicher „Stampf“ zu einer Lebensnot—
wendigkeit zählte, Nithart von Reuenthal, haben deren eine Fülle
hinterlaſſen. Der nicht nur von ſeinen Sängern, ſondern auch von
ſeinem Volk geprieſene Herzog Leopold VII. von Oſterreich ging
mit fröhlichem Beiſpiel voran, und als er im Fahre 1230 ſtarb, klag—
ten die Wiener, wie Fanſen Enenkel im „Fürſtenbuch“ berichtet, daß
ſie den beſten Vorſänger im Chor, zugleich aber auch den beſten
Stifter des Frühlings- und Herbſtreigens an ihm verloren:
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