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184 Der Trompeter von Säcingen.
der Einfühlung in vergangene Zeiten hat Scheffel hier ſchon be⸗
währt; ſie erſtreckt ſich bis auf die Sprache, die er ſehr glücklich
mit leiſen Altertümlichkeiten wie mit Flittern verblichenen Gol-
des überſtreut hat.
Die Geſchichte aus alter Zeit wäre in unſerem Epos nicht leben⸗
dig geworden, wie ſie iſt, wäre ſie nicht ein Gefäß geweſen, darin
der Dichter eigene Erlebniſſe bewahrte. Sichtlich hat er in der
Geſtalt ſeines Helden eine Zdealiſierung der eigenen Perſon ge-
geben. Die Beziehungen zu Emma Heim im einzelnen haben
dabei mehr in den Liedern als im Epos ihre Stätte gefunden.
Und die ſo liebevoll geſchilderte Welt, in der ſeine Geſtalten leben,
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es iſt dieſelbe, die Scheffel herzbewegend umgab; die zahlloſen
Übereinſtimmungen zwiſchen den Schilderungen des Epos und
den Epiſteln aus Säckingen und Rom, dem Aufſatz „Aus dem
Hauenſteiner Schwarzwald“ bezeugen das mit allen Einzelheiten.
Auch die peſſimiſtiſche Weltbetrachtung, die freilich nur im Munde
ſeiner allegoriſchen Geſtalten und nicht wirklich lebenbeſtimmend
das Werk durchzieht, ſie entſprang jener tiefen Verſtimmung, die
unſeren Dichter nach den Tagen der Revolution und ihren herben
Enttäuſchungen ergriffen hatte.
Aber freilich auch dieſem Werke hat nicht das Leben allein
Stoff und Form gegeben, auch in dieſe Dichtung drängte ſich genug
des Überlieferten, aus literariſchen Anregungen Gefloſſenen. Die
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Anknüpfungen reichen bis zur Romantik zurück. Der ſtille Nanſi
in der Höhle iſt doch wohl ein deutliches Nachbild des Grafen von
Hohenzollern in Novalis' „Heinrich von Ofterdingen“, der als Ein⸗
ſiedler in der Höhle hauſt. Die Stimmung ſchlaägt in der Figur frei⸗
lich in einen perſönlichen Exrfahrungen entſprungenen Peſſimismus
um und auch ſonſt zeigen äußerlich romantiſche Figuren, wie das
Erdmännlein und der Waldgeiſt Meyſenhardus, eine unroman⸗
tiſch ironiſche Behandlung. Der Kater Hiddigeigei mag tiefere
Veranlaſſung und den Namen von jenem lebendigen Kater er⸗
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halten haben, den Scheffel in Bruchſal im Hauſe des Hofgerichts-
rats Preuſchen beobachten konnte. Daß dieſer philoſophierende
und dichtende Kater aber ohne E. T. A. Hoffmanns Kater Murr
undenkbar wäre (der ſelbſt wieder aus Leben und UÜberlieferung,
Hoffmanns eigener Katze und Tiecks Geſtiefeltem Kater, zuſam⸗
menwuchs), duldet keinen Zweifel. Iſt die Zweckſetzung der Ver-
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