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3. Der Fridolinustag. 225
Standen wenig Strohdachhütten.
Dort im Sommer, wenn der große
Meerlachs ſeine Rheinfahrt macht,
Lauerte mit ſcharfem Spieße
Sein der alemann'ſche Fiſcher.
Unverdroſſen ging der Heil'ge
An ſein Werk — bald ſtand ſein Blockhaus
Feſtgezimmert in dem Grunde,
Vor dem Haus der Stamm des Kreuzes.
Und wenn abendlich ſein Glöcklein
Weithin klang: Ave Maria!
Und er betend kniet' am Kreuze,
Schaute mancher aus dem Rheintal
Scheu hinüber nach der Inſel.
Trotzig war der Alemanne,
Haßte einſt die Römergötter,
Haßte jetzt den Gott der Franken,
Der bei Zülpich wie ein Wetter
Ihre Heerſchar niederſchlug.
Wenn am Winterabend faul der
Hausherr auf der faulen Haut lag,
Und die Weibervölker emſig
Ihre Zung' ſpazieren ließen
Und von dem und jenem ſchwatzten:
Wie die Milch im Krug geronnen,
Wie der Blitz ins Haus gefahren,
Wie den Fungen auf der Saujagd
Schwer des Keulers Zahn getroffen:
Dann bedachtſam ſprach die alte
Alemann'ſche Großmama:
„Dran iſt niemand anders ſchuld als
Drüben auf der Rheinesinſel
Jener blaſſe fremde Beter.
Trauet nicht dem Gott der Franken,
Trauet nicht dem König Chlodwig!“
Und ſie fürchteten den Fremden.
Einſtmals, 's war die Sunnwendfeier,
Scheffel. II. 15⁵
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