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1695⁵
1700⁰
170⁵
17⁰⁰
17¹⁵
1720
1725⁵
4. Jung Werners Rheinfahrt. 237
Lebten ſchon vor Agamemnon',
Und ich kenn' den König Salom'
Und die ſchlechten deutſchen Dichter.
Dankbar ſchüchtern nur gedenk' ich
Dein und deines ſtillen Zaubers.
Er durchglänzt mit güldnem Schein der
Jugend Nebel, zeigt dem Auge
Klar und ſcharf des Lebens Umriß,
Zeigt, wohin der Schritt zu lenken,
Und erwärmt das Herz zur Wand'rung.
Leiſes Sehnen, ſtolzes Hoffen,
Trotz'gen Mut und kühnes Denken:
Alles danken wir der Liebe;
Ihr den heitern Sinn auch, dran wir
Wie am Bergſtock leicht ſo manchen
Klotz am Wege überſpringen.
Glücklich drum der Mann, in deſſen
Herz die Liebe jauchzend einzog.
Doch jung Werner ſchien ſich heute
Noch nicht klar darüber, was er
Eigentlich am Rhein hier treibe.
Träumend ſchritt er durch den Sand hin
Sonder Schonung ſeiner Stiefer,
Die der Wellenſchaum durchnetzte.
Ihn erblickte in dem Grunde
Juſt der Rhein, der dort dem Zweikampf
Zweier alten Krebſe zuſah
Und mit ſchallendem Gelächter
Beifall nickte, wenn in Wut ſie
Ihre ſcharfen Scheren kreuzten.
Ja der Rhein, — er iſt ein ſchöner
Junger Mann, er iſt durchaus kein
Geographiſcher Begriff nur,
Der erbarmte ſich jung Werners,
1 Anſpielung auf eine Stelle bei Horaz , Oden“ IV, 9, V. 25 f.): „Vixere
fortes ante Agamemnona Multi“ („Schon vor dem Agamemnon lebten viele
Tapfere“); entſprechend: viele große Liebesdichter ſeit undenklicher Zeit. —
2 Und ſein Hoheslied. G
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