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Der Trompeter von Säckingen.
Und von fern noch tönt ſein Lachen,
Denn inzwiſchen war der Krebskampf
Ernſt beendigt, einer lag im
Blut, dem andern fehlt' ein Schwanzſtück.
Werner tat, wie ihm geraten.
Stand ein aller Turm beim Ufer
Quaderfeſt im Waſſergrunde;
Dort, wo durch verſtohlen Pförtlein
Niederſteigt zum Strand der Fiſcher,
War in lauſchig ſtiller Rheinbucht
Kahn und Ruder in Bereitſchaft.
Heute feierte der Bootsmann,
Und ohn' Anfrag' mocht' jung Werner
Heut entführen ihm das Fahrzeug.
Abend war's inzwiſchen worden;
Da und dort klang von den Bergen
Hell und ſcharf ein einzeln Fauchzen,
Zeichen trunkner Bauernheimkehr.
Jenſeits ferner Tannenwälder
Sah der Mond ins Tal hernieder,
Und die erſten Sternlein zeigten
Schüchtern ſich am Himmelsfeld.
Ab vom Strande ſtieß jung Werner.
Wie ein Roß, das, lang' verſchloſſen
In dem Stall, ſich freudig aufbäumt,
Freudig wiehernd, daß es ſeinen
Herrn ins Weite tragen darf:
So ſprang keck und windſchnell auf dem
Glatten Waſſerpfad das Schifflein;
Sprang in hellem Lauf vorüber
An des Städtleins Mauerzinnen,
Sprang hinab zur alten Rheinbrück',
Die die holzverdeckten Bogen
Kühn zum andern Ufer ſpannt.
Unterm dritten Pfeiler ſteuert'
Mutig durch der junge Schiffsmann,
Lachend, als zum Schabernack den
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1890
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