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5. Der Freiherr und ſeine Tochter. 249
Strahlte gleichfalls katzenfreudig.
Mit dem ſchwarzen Samtgewand war
Jetzt vertauſcht das weiße Feſtkleid,
In den blondgelockten Haaren
Schnippiſch ſaß die ſchwarze Schnepphaub',
Und hausmütterlich ſah drunter
In die Welt ihr blaues Aug' vor.
Von dem Gürtel hing gewichtig
Schlüſſelbund und ledern Täſchlein,
Deutſcher Hausfrau Ehrenzeichen.
Und ſie küßt' des Freiherrn Stirne
Und ſprach: „Väterchen, nicht zürnet,
Daß ich lang' Euch heut allein ließ.
Drüben hielt mich lang' im Stift die
Gnädige Frau Fürſtabtiſſin,
Und ſie ſagte mir viel Schönes,
Sprach belehrend auch vom Alter
Und vom Zahn der Zeit und anderm,
Und der Herr Komtur von Beuggen
Sprach ſo ſüß, als hätt' die Worte
Er erkauft beim Zuckerbäcker,
Und ich freut' mich, als ich loskam.
Eurer hochgeſtrengen Winke
Bin ich jetzo hier gewärtig;
Bin erbötig, aus dem großen
„Theuerdank“ Euch vorzuleſen,
Denn ich weiß, Ihr liebt die plumpen
Abenteu'r und Fagdgeſchichten
Mehr als die empfindſam ſüßen
Schäferdichter des Jahrhunderts.
Doch warum müßt Ihr denn immer,
Bäterchen, von dieſem leidig
Giftigen Tabake rauchen?
Hab' ſchier Furcht, wenn Ihr ſo daſitzt,
Tief in Wolken eingehüllt,
1 In dieſem 1517 zuerſt gedruckten Spos hatte Kaiſer Max ſeine Zugend ;
abenteuer in allegoriſcher Verhüllung darſtellen laſſen.
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