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Der Trompeter von Säckingen.
Wie der Eggberg in dem Nebel,
Und mich dauern ſtets die güldnen
Bilderrahmen an der Wand dort
Und der Glanz des weißen Vorhangs.
Hört Ihr nicht ihr leiſes Klagen,
Daß vom Dampf aus Eurer Tonpfeif'
Rußig, blaß und grau ſie werden?
's mag ein wunderſchönes Land ſein,
Das Amerika, das einſt der
Span'ſche Admiral entdeckte,
Und ich ſelber freu' mich an den
Buntgeſcheckten Papageien
Und den purpurnen Korallen,
Träum' zuweilen auch von hohen
Palmenwäldern, ſtillen Hütten,
Großen Blumen, Kokosnüſſen
Und von böſen wilden Affen.
Beinah wünſcht' ich doch, es läge
Unentdeckt im ſtillen Meer noch,
Um des leid'gen Rauchkrauts willen,
Das von dort zu uns gekommen.
Gern verzeih' ich einem Manne,
Wenn er oft und mehr als nötig
Sich den Rotwein aus dem Faß zapft,
Könnt' im Notfall ſelbſt mit einer
Roten Naſe mich verſöhnen,
Niemals mit dem Tabakrauchen.“
Lächelnd hört' das Wort der Freiherr,
Lächelnd blies er neue Wolken
Aus der Tonpfeif' und erwidert':
„Teures Kind, — ihr Frauenzimmer
Sprecht ſo leicht in Tag von vielem,
Des Verſtändnis ganz euch abgeht.
Zwar es hat ein Kriegsmann manche
Bitterböſe Angewohnheit,
Die nicht in den Frauenſaal paßt:
Doch mit Unrecht ſchilt das Rauchen
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