Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 253
(PDF, 96 MB)
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2275

5. Der Freiherr und ſeine Tochter. 253

Fuß auf unſern Eſtrich ſetzen,
Hör' die Atlasſchleppe rauſchen.
Und es ſchlug mein Reiterherz, als
Ging's ins helle Schlachtgewühl;
Wie der Dampf der Feldgeſchütze
Flog der Rauch aus meiner Tonpfeif',
Und 's war gut ſo. Auf den Wölklein,
Die ich angeſichts der Stolzen
Keck emporblies, ſaß Gott Amor,
Luſtig ſchoß er ſeine Pfeile,
Und er wußte gut zu treffen;
Aus der Neugier wurde Teilnahm',
Aus der Teilnahm' wurde Liebe,
Und der deutſche Bär erſchien ihr
Feiner bald und eoͤler als die
Sämtlichen Pariſer Löwen.

„Doch ich ſelber, als die Pforte
Unſrer Kriegshaft aufging, und der
Herold uns die Freiheit brachte,
War erſt recht itzt ein Gefang'ner,
Lag in Leanorens Banden
Und verblieb drin, auch die Hochzeit,
Die uns glücklich bald zum Rhein führt',
Hat ſie enger nur geſchlungen.
Denk' ich dran, ſchier will die Träne
In den grauen Schnurrbart rollen.
Und was blieb von all der Pracht mir?
Die Erinnerung, der alte
Schwarze Kater Hiddigeigei
Und das Ebenbild Le'norens,
Du, mein Kind — Gott hab' ſie ſelig.“

Sprach's und klopfte ſeine Pfeif' aus,
Streichelte den ſchwarzen Kater,
Doch das Töchterlein tat ſchalkhaft
Einen Fußfall vor dem Alten
Und ſprach: „Väterchen, gebt gnädig
Einen Generalpardon mir,


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