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6. Wie jung Werner beim Freiherrn Trompeter wird. 257
Zu des Güldnen Knopfes kühler
Schenkſtub' wandt' der treue Anton
Seinen Schritt, — durchs Seitenpförtlein
Schlich er ein, er hielt's für beſſer,
Vor dem Aug' der Welt ſolch frühe
Gäng' ein wenig zu verdecken.
Manch ein Biedermann ſchon hatte
Sich geräuſchlos eingefunden;
Bei den ſchäumend braunen Humpen
Prangt's wie rote Frühlingsroſen,
Prangt's wie zarter Monatrettich.
„Großes Glas?“ ſo fragt' die kluge
Kellnerin und Anton nickte:
„Allerdings! — 's iſt warm, ich hab' heut
Früh beim Aufſtehn ſchon ſo einen
Trocknen Zug im Hals verſpürt.“
Alſo trank dort ſein geſchliffen
Großes böhmiſch Glas der treue
Anton, überlegend, wie er
Weiter ſeinem Auftrag nachkomm'.
In der Herrenſtube ſaß der
Wirt zum Knopf juſt mit jung Werner,
Hatt' ein Stücklein roten Rauchlachs
Ihm zum Imbiß vorgeſetzet
Und ein inſtruktiv Geſpräch dann
Mit dem fremden Gaſt begonnen:
Wie der Weinherbſt in der Pfalz ſei,
Wie die Hopfenpreiſe ſtünden,
Wie die Kriegszeit dort gehauſt.
Zwiſchenein auch warf er, um dem
Fremden auf den Zahn zu fühlen,
Schlau ein prüfend Wörtlein über
Stand, Beruf und Zweck der Reiſe.
Doch er kam nicht ganz ins klare,
Pfiffig dacht' er bei ſich ſelbſt:
„'s iſt kein Schreiber, dafür iſt er
Zu ſoldatiſch, — kein Soldat auch,
Scheffel. II. 17
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