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6. Wie jung Werner beim Freiherrn Tronpeter wird. 265
Eignen Herzens Unverſtand nur
Läßt aufs Aufrechtgehn verzichten.
Fern ſei's, mehr von Euch zu heiſchen
Als ein luſtig Muſizieren;
Nur wenn Ihr in müß'gen Stunden
Mir ein Brieflein wollt verfaſſen
Oder kalkulieren helfen,
Dank' ich's Euch, Ihr wißt, ein alter
Kriegsmann führt die Feder ſchwer.“
Sprach's. Noch ſchwankend ſtand jung Werner.
Doch ein Blick auf Margareta
Und des Zweifels Wolken ſchwanden.
„Edler Herr! ich bleibe“, ſprach er,
„Sei am Rhein denn meine Heimat!“ —
„Brav ſo!“ ſprach der Alte freundlich,
„Friſch, im friſchen Augenblicke
Faßt das Herz den beſten Entſchluß,
Und Bedenkzeit iſt vom Übel.
Angeſtoßen, Herr Trompeter!
Mit dem güldnen Wein von Grenzach
Und mit kräftig deutſchem Handſchlag
Laßt uns den Vertrag beſiegeln.“
Wandt' ſich dann zu Margareta:
„Töchterlein, ich präſentier' dir
Unſern neuen Hausgenoſſen.“
Und jung Werner neigte ſtumm ſich,
Stumm auch grüßt' ihn Margareta.
„Jetzo folgt mir durch des Schloſſes
Räume, junger Freund, ich werd' Euch
Eure neue Wohnung zeigen.
Hab' juſt in dem Erkerturm ein
Luftiges Trompeterſtübchen,
Nach dem Rhein und nach den Bergen
Schaut es, und die Morgenſonne
Weckt Euch früh dort aus den Träumen.
Fröhlich werdet Ihr dort niſten,
's bläſt ſich gut von freier Höh'.“
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