Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 267
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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7. Der Ausritt zum Bergſee. 267

Die drob ſchöner ward als eh'dem;
Glaub' auch nicht an Hexenſchwarzkunſt,
An die Nacht Walpurgis und die
Beſenreitenden Schwadronen.
Aber dennoch ſteckt ein eigner
Zauber in dem jungen Mai.
Meine mürben Knochen haben
Bei den Stürmen des Aprilis
Schwer das Zipperlein verſpürt.
Jetzo iſt's wie weggeblaſen,
Und ich fühl' ſo was von alter
Kraft noch, ſchier als wär' ich wieder
Ein bartloſer, ſchmucker Fähnrich,
So wie damals, als im Feld von
Nördlingen ich mit den blauen
Schwedenreitern mich herumhieb.
Glaub' 's wird gut ſein, wenn wir heute
Feſttag machen, ſteht er gleich nicht
Im Kalender rot geſchrieben.

Auf und fort! Im Tannwald draußen

Will ich würz'ge Mailuft atmen,
Und das junge Volk mag ſchauen,
Ob im See ein Fiſchzug Glück bringt.
Heut erfreu' ich mich der Kurzweil,
Anton, laß die Roſſe ſatteln!“

Sprach's und nach dem Wort geſchah es.
In dem Hof, des Ritts gewärtig,
Scharrten wiehernd bald die Roſſe.
Freudig rüſteten zum Auszug
Sich des Städtleins junge Leute,
Fiſchfangkundig, von dem Rheine
Holten ſie das große Netz her.
— Es entbot der treue Anton
Von des Freiherrn Freunden manchen,
Sagt's auch drüben an im Stifte
Der Abtiſſin und den Damen,
Und uneingeladen ſtellte


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