http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0268
268
Der Trompeter von Säckingen.
Sich noch manch ein weitrer Mann ein.
Als der Wirt zum Güldnen Knopfe
Kund' erhielt, ſprach er zur Gattin:
„Deiner Sorge anvertrau' ich
Jetzt die Wirtſchaft und den Hausſtand.
Leg' in deine Hand des Kellers
Und der Vorratkammer Schlüſſel,
Doch ich ſelber geh' zum Fiſchfang.“
Sprach's entſchleichend, — niemals fehlt' er,
Wenn's zur Jagd ging und zum Fiſchen.
Kräftig auf dem falben Rappen
Saß der Freiherr, feſtgegoſſen
Wie ein ehern Reiterſtandbild.
Ihm zur Seit' auf weißem Zelter
Ritt die ſchöne Margareta.
Zierlich ſchmiegte um den ſchlanken
Leib des Reitkleids Faltenwurf ſich,
Zierlich von dem ſamtnen Hute
Wallt' der blaue Schleier nieder.
Keck und ſicher lenkte ſie ihr
Rößlein, dieſes freut ſich ſelber
Seiner leicht anmut'gen Bürde.
Sorgſam folgt' der treue Anton
Seiner Herrin, auch jung Werner
Trabte fröhlich mit, doch ritt er
Nicht in Margaretas Nähe.
Weiter rückwärts fuhr bedächtig
Der Frau Fürſtabtiſſin ſchwere
Uraltmodiſche Karoſſe;
Drin drei Damen aus dem Stifte,
Ebenfalls ehrwürd'gen Alters.
Sie geleitete jung Werner.
Viel verbindlich feine Worte
Sagte er den alten Fräulein,
Riß auch im Vorüberreiten
Einen Blütenzweig vom Baum und
Reicht' ihn artig in den Wagen,
So daß leiſe flüſternd wohl die
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_werke2/0268