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7. Der Ausritt zum Bergſee. 277
Und wo er geht, bergauf, bergab,
Hebt ſich ein Glaſt und Prangen.
In friſchem Grün ſteht Feld und Tal,
Die VBögel ſingen allzumal,
Ein Blütenſchnee und Regen
Fällt nieder allerwegen.
Drum ſingen wir im Wald dies Lied
Mit Hei- und Tralaleyen,
Wir ſingen's, weil es ſprießt und blüht,
Als Gruß dem jungen Maien.
„Den Mai ergötzt Gebrumm und Summ,
Iſt immer guter Laune,
Drum ſchwirren durch den Tann herum
Die Maienkäfer braune,
Und aus dem Moos wächſt ſchnell herfür
Der Frühlingsblumen ſchönſte Zier,
Die weißen Glöcklein läuten
Den Maien ein mit Freuden.
Drum ſingen wir im Wald dies Lied
Mit Hei- und Tralaleyen,
Wir ſingen's, weil es ſprießt und blüht,
Als Gruß dem jungen Maien.
„Jetzunder denkt, wer immer kann,
Auf Kurzweil, Scherz und Minne;
Manch einem grauen Biedermann
Wird's wieder jung zu Sinne.
Er ruft hinüber übern Rhein:
„Herzliebſter Schatz, o laß mich ein!
Und hüben tönt's und drüben:
‚Im Mai da iſt gut lieben!
Drum ſingen wir im Wald dies Lied
Mit Hei- und Tralaleyen,
Wir ſingen's, weil es ſprießt und blüht,
Als Gruß dem jungen Maien.“
Beifallruf und Händeklatſchen
Schallt' zum Schluſſe, — auch den Damen
Schien's nicht mißbehagt zu haben,
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