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8. Das Konzert im Gartenpavillon. 283
Weile, von der Götterdamen
Schönheit ungeblendet, ſchauten
Dieſe einwärts in die Landſchaft,
Und man ſah ſie nur von hinten.
Gleicher Geiſt weht' durch die andern
Bilder: Diana und Aktäon,
Orpheus und Eurydike.
Denn aus alter Götterſage
Nimmt der Mann von Geiſt den Stoff her,
Und im Nackten nur erſcheint der
Schönheit Offenbarung plaſtiſch.
Nun vollendet war die Schöpfung,
Und mit Rührung ſah's der Meiſter:
„Ruhig ſteig' ich nun zum Hades;
Meine Werke ſind mein Denkmal.
In des Oberrheins Kultur wird
Eine neue Kunſtepoche
Einſt von Fludribus datieren.“
Die geſchmückten Räume ſollte
Nach dem Plane Margaretas
Ein Konzert verherrlichen.
Hei! wie ſchlug jung Werners Herz, als
Er der Holden Wink vernahm; —
Ritt ſofort gen Baſel, ſchauend
Nach dem Neuſten im Gebiete
Muſikaliſcher Kunſtleiſtung,
Und er bracht' die Partituren
Des venetiſchen Maeſtros
Claudio von Monteverde,
Der im ſüßen Schäferſpiele
Sich der Tonkunſt Preis errungen'.
Bracht's; das war ein groß Rumoren
In der Waldſtadt kleiner Kunſtwelt,
War ein heißhungrig Studieren,
1 Claudio Monteverde, ſeit 1613 Kapellmeiſter an der Markuskirche
in Venedig, ſpielt eine bedeutende Rolle bei der Begründung der Oper,
deren erſte Vorwürfe Schäferſpiele auf mythologiſcher Grundlage waren.
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