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288 Der Trompeter von Säckingen.
Hat an Welſchland mich erinnert,
Als zu Rom ich Cavalieris
Tonidylle ‚Daphne' lauſchte!
Und in ſchäferlicher Sehnſucht
Mir das Herz zerſchmelzen wollte.
Fahrt drum fort, Ihr werten Freunde,
Auf der Kunſt Altar zu opfern,
Laßt die Tön' zuſammenklingen,
Haltet fern polit'ſchen Hader:
O, es wäre hocherfreulich,
UÜb'rall ſolchen Geiſt zu treffen.“
Sprach's, und tiefgerührt verbeugten
Sich die Männer des Orcheſters,
Tiefgerührt ob ſo gewicht'gem
Kennerlob und Kennerzuſpruch.
Auch der Freiherr ſchritt vergnüglich
Durch die Reihen — drückt' die Hände,
Und er ließ ſofort zum Danke
— Nicht mit Worten dankt ein Freiherr —
In den Saal ein ausgezeichnet
Stückfaß Märzenbier anſchroten:
„Gut gemacht, Ihr lieben Spielleut',
Gut gemacht, mein lieber junger,
Trefflicher Kapellenmeiſter!
Wo zum Teufel habt Ihr all das
Schmucke Zeug nur aufgeleſen?
Und auch Ihr, Herr Fludribus, habt
Gut gemalt. Juſt mein Geſchmack ſo.
's könnten freilich Zeiten kommen,
Wo man Euren Götterdamen
Einen Schurz aufmalen müßte,
Doch ob allzu ſtarker Nacktheit
1 Der Dichter verwechſelt hier offenbar den römiſchen Edelmann und
Muſiker Emilio de() Cavaliere (etwa 1550 bis nach 1600), der allerdings
auch Schäferſpiele (doch keine „Daphne“ vertonte und in einem geiſtlichen
Muſikdrama den neuen Opernſtil verwandte, mit Francesco Cavalli, dem
Schüler Monteverdes, geft. 1676 als Kapellmeiſter der Markuskirche in Venedig,
der 1640 mit einer Oper „Gli amori d'Apolline e di Dafne“ hervortrat.
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