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9. Lehren und Lernen. 293
Nächtlich ſüß in Tönen denkt',
Sie den Menſchen Spott nur abringt,
Daß als Katzenmuſika man
Unſre beſten Werke brandmarkt,
Und doch müſſen wir erleben,
Daß dieſelben Menſchenkinder
Solche Tön' ins Daſein rufen,
Wie ich eben ſie vernahm.
Solche Töne, ſind ſie nicht ein
Strauß von Neſſel, Stroh und Dornen,
Drin die Diſtel ſtechend prangt?
Und kann angeſichts des Fräuleins,
Das dort die Trompete handhabt,
Noch ein Menſch, ohn' zu erröten,
Die Muſik der Katzen ſchelten?
Aber dulde, tapfres Herze!
Duld' — es werden Zeiten kommen,
Wo der Menſch, das weiſe Untier,
Uns die Mittel richt'gen Ausdrucks
Des Gefühls entleihen wird;
Wo die ganze Welt im Ringen
Nach dem Höhepunkt der Bildung
Katzenmuſikaliſch wird.
Denn gerecht iſt die Geſchichte,
Jede Unbill ſühnet ſie.“ —
Doch noch außer Hiddigeigei
Ward von Margaretas erſten
Tonverſuchen unten tief am
Strand des Rheins ein andrer mehr zu
Zorn geſtimmt als zu Entzücken.
Werner war es. Er erging ſich
Früh mit der Trompet' im Garten,
Wollt' ein Liedlein komponieren
In der Morgeneinfamkeit.
Erſt doch legt' er ſein geliebtes
1 Dem Kater ſchwebt Tiecks bekanntes Gedicht „Liebe“ vor („Liebe
denkt in ſüßen Tönen“).
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