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10. Fung Werner in der Erdmannshöhle. 299
Ein paar Federn aus dem Flügel,
Wiegte ſchließlich ſich im Wipfel
Und verhöhnt' die alte Tanne:
„Hoher Tannbaum, grüner Tannbaum,
Nimmer möcht' mit dir ich tauſchen;
Feſtgenagelt ſtehſt im Grund du,
Mußt erwarten, wer zu dir kommt,
Kannſt dich nicht vom Platze rühren;
Und wenn je dein Tannenſchickſal
Will, daß du zur Ferne wanderſt,
Kommen erſt die Menſchen mit dem
Scharfen Beil und haun und hacken
Tief ins Fleiſch dir, bis du umſinkſt,
Und ſie ziehen unbarmherzig
Dir das braune Rindenfell ab,
Werfen dich dann in den Rhein, und
Bis nach Holland mußt du ſchwimmen.
Pflanzt man auch in der Fregatte
Stolz dich auf dort und benamſt dich
Einen Maſtbaum: du biſt doch nur
Eine glattgeſchundne Tanne,
Der die Wurzeln abgehaun ſind,
Und du härmſt dich auf dem Meer in
Heimweh, bis ein Blitz vom Himmel
Maſt und Schiff und Mann und Maus — die
Ganze Wirtſchaft in die Luft ſprengt.
Hoher Tannbaum — grüner Tannbaum,
Nimmer möcht' mit dir ich tauſchen!“
Sprach die Tanne: „Jeder ſtehe
An dem Platz, wo er gewachſen,
Und erfülle, was ihm obliegt!
Alſo halten wir's im Wald hier,
Und 's iſt gut ſo, mind'ſtens beſſer,
Als bei Naͤcht irrlichtelieren,
Menſch und Vieh in Dornen jagen
Und verſprengter Wandrer Flüche
Sich als Lohn nach Hauſe nehmen,
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