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10. Jung Werner in der Erdmannshöhle. 303
Jeden heut umarmen, jedem
Eine Guttat gern erzeigen;
Sprecht drum, wer Ihr ſeid und ob ich
Einen Dienſt Euch mag erweiſen.“
Sprach der Graue: „Dieſes klingt ſchon
Artiger, — ich ſteh' dir Rede.
Erdmännlein ſind wir geheißen,
Hauſen tief in Kluft und Spalten,
Hauſen tief im Höhlengrund.
Hüten Gold- und Silberſchätze,
Schleifen blank die Steinkriſtalle,
Tragen Kohlen zu dem alten
Feuer in der Erde Mitten,
Und wir heizen gut, ihr wäret
Sonder uns ſchon all erfroren —
Kannſt den Rauch aus unſern Hfen
Am Beſuv und Atna ſchaun.
Sorgen auch im ſtillen für euch
Undankbare Menſchenkinder,
Singen euren Flüſſen in der
Bergkluft ſchöne Wiegenlieder,
Daß ſie euch kein Leides antun,
Stützen morſchgewordne Felſen,
Feſſeln böſes Eis der Gletſcher,
Kochen euch das ſcharfe Steinſalz,
Miſchen heilerprobte Stoffe
In die Quellen, die ihr trinket:
Ewig webt und unermeßlich
Sich der grauen Männlein Tagwerk
In der Erdenwerkſtatt fort.
Früher haben uns die Menſchen
Noch gekannt, und weiſe Frauen,
Alte Prieſter kamen zu uns
In die Tiefen, und ſie lauſchten
Unſrer Arbeit, und ſie ſprachen:
‚In den Höhlen weht die Gottheit.“
Ihr itzt ſeid uns fremd geworden,
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