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11. Der Hauenſteiner Rummel. 317
Faſtnachtſpiel; — ihr habt ja ſonſt euch
An der Muſika ergötzet
Und verſteht euch auf den Brummbaß.
Friſch, ihr Herren vom Orcheſter!
Laßt eins ſpielen, — die vorm Tore
Werden ſchleunigſt heimwärts tanzen,
Eh' ein kaiſerlich Kommando
Ihnen das Finale bläſt.“
Sprach's. In Zeiten der Verwirrung
Wirkt am rechten Platz ein kräftig
Wort oft Wunder. Viele richten
An des andern Mut ſich ſelbſt auf,
Und an einem feſten Willen
Kräft'gen Hunderte den ihren.
Nach des Freiherrn grauem Schnurrbart
Schaute herzgeſtärkt der Stadtrat:
„Ja, das iſt auch unſre Meinung;
Woll'n das Städtlein tapfer halten,
Kommandieren ſoll der Freiherr!
Der verſteht's; — das Donnerwetter
Schlag' in die verfluchten Bauern!“
Durch die Straßen tönt' Alarmruf.
Zu dem Stadttor, wo der ſchmale
Erdwall nach dem Feſtland führt,
Schritt bewehrt die junge Mannſchaft.
Auf der Baſtion ſtand grimmig
Fludribus, der Freskomaler,
Der hatt' ein paar junge Burſche
Dort geſammelt, und ſie ſchleppten
Eine alte Wallkanone
Aufwärts, — lächelnd ſah's der Freiherr,
Aber Fludribus ſprach würdig:
„Wen die Kunſt geweiht, den ziert ein
Schatz univerſaler Bildung,
Gebt ihm Raum, als Staatsmann wie als
Feldherr wird er üb'rall groß ſein.
Scharfen Blicks hab' die Gefahr ich
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