Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 328
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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Der Trompeter von Säckingen.

Lagen überm Haupt, doch heute
Stieg im Traum ein lichter Engel
Zu mir nieder, und er neigte
Sich zu mir: ‚Steh auf und freue
Dich des jungen Lebens“', ſprach er,
Und ſo war es; feſten Schrittes
Konnt' ich heute ſchon hieher gehn.“

Abermals auf Margaretas

Wangen flammt's wie Morgenröte,
Als jung Werner von dem Traum ſprach,
Und ſie ſchaute rückwärts, — ſcherzend
Fiel ſie dann ihm in die Rede:
„Und Ihr muſtert jetzo wohl das
Schlachtfeld. Ja, es war ein heißer
Tag, noch brummt's wie Flintenſchuß und
Sturmgetöſ' durch die Erinn'rung.
Wißt Ihr's noch: dort an dem Baume
Standet Ihr, — dort, wo der Flieder
Luſtig aufblüht, lag ein Toter,
Hier, wo jetzt der Sommerfäden
Leichtes Spinnweb durch die Luft fliegt,
Blitzten Spieß' und Feindeswaffen,
Dort, wo noch den friſchen weißen
Kalk die Mauerſteine tragen,
Brach die wilde Flucht ſich Durchgang.
Ja, Herr Werner, — und am Schloß dort
Hat der Vater bös geſcholten,
Daß man ſich ſo übermütig
Keck in die Gefahr geſtürzt.“ —

„Tod und — doch verzeiht, mein Fräulein,
Daß ich ſchier geflucht“, ſprach Werner.
„Jene haben uns gehöhnet,
Und da bleib' ein andrer ruhig.
Wenn ich ſolch ein giftig Wort hör',
Flammt das Herz und zuckt die Fauſt mir:
Kampf, kein ander Mittel weiß ich,
Kampf! und mag die Welt darüber

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