Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 339
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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13. Die Werbung. 339

Denn ich ſelber komme heut und
Werb' bei Euch um Eure Tochter.“ —

„Werb' — bei Euch — um Eure Tochter?“
Sprach nun ſeinerſeits der Freiherr
Vor ſich hin — ein ſchiefer Zug flog
Um den Mund ihm, ſo wie einem
Mann, der die Maultrommel ſpielet,
Und den linken Fuß durchfuhr ein
Böſer Stich des Zipperleins:
„Junger Freund, Euch brennt wahrhaft noch
Heiße Fieberglut im Kopfe,
Geht hinunter in den Garten,

Dorten ſteht ein ſchatt'ger Brunnen,

Dort fließt klares Quellenwaſſer,
So man dort das Hauypt ſich dreimal
Eintaucht, wird man abgekühlt.“ —

„Edler Herr“ — erwidert' Werner,
„Spart den Spott, Ihr mögt vielleicht ihn
Beſſer brauchen, wenn der Funker
Aus dem Schwabenlande kommt;
Klar und ſonder Fieber bin ich
Einen ſchweren Gang gegangen,
Und dem Vater Margaretas
Wiederhol' ich meine Werbung.“

Finſter ſchauend ſprach der Freiherr:
„Drängt's Euch denn, von mir zu hören,
Was Ihr ſelbſt Euch ſagen ſolltet?
Ungern nur begegn’ ich Euch mit
Rauhem Ernſt, ich hab'’ die Wunde,
Die Euch, kaum vernarbt, die Stirn ziert,

Nicht vergeſſen, und ich weiß, in

Weſſen Dienſt Ihr ſie geholt.
Doch nach meinem Kinde ſoll nur
Der die Augen heben, dem ein
Adlig Blut dazu das Recht gibt.
Die Natur hat feſte Linien
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