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Der Trompeter von Säckingen.
II.
Als ich zum erſtenmal dich ſah,
Es war am ſechſten Märze,
Da fuhr ein Blitz aus blauer Luft
Verſengend in mein Herze.
Hat all verbrannt, was drinnen ſtand,
Es iſt mir nichts geblieben,
Doch efeugleich wächſt aus dem Schutt
Der Name meiner Lieben.
III.
O wende nicht den ſcheuen Blick
Und fleuch nicht zag und bange,
Kehr' zum Balkone keck zurück
Und lauſche meinem Sange.
Vergeblich Mühn, mir zu entfliehn,
Ich blaſe ruhig weiter,
Da werden meine Melodien
Zur wunderſamen Leiter.
Auf der Akkorde Sproſſen ſchwingt
Die Lieb' empor ſich leiſe,
Durch Schloß und Riegel zu dir klingt
Dann wiederum die Weiſe:
O wende nicht den ſcheuen Blick
Und fleuch nicht zag und bange,
Kehr' zum Balkone keck zurück
Und lauſche meinem Sange.
IV.
Am Afer blies ich ein luſtig Stück,
Wie klang die alte Trompete
Hell in den Sturm, der das Getön
Zum Herrenſchloß verwehte!
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