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621¹⁰
62¹⁵
6220⁰
6225
6235⁵
14. Das Büchlein der Lieder: Werners Lieder aus Welſchland. 365
Das Glück läßt ſich nicht jagen
Von jedem Fägerlein,
Mit Wagen und Entſagen
Muß drum geſtritten ſein.
II.
An wildem Klippenſtrande
Ein Felsblock einſam ragt,
Ihn haben von dem Ufer
Die Wellen losgenagt.
Jetzt liegt er halb verſunken
Landfern im grünen Meer.
Die weißen Möven flattern
Schrill kreiſchend um ihn her.
Auf dunkeln Waſſerpfaden
Tanzt ſpielend leicht ein Schiff,
Es klingt ein fremdes Singen
Heran zum Felſenriff:
„O wenn ich doch am Rheine
Bei meiner Liebſten wär',
O Heimat, alte Heimat,
Wiie machſt das Herz du ſchwer!“
III.
Die Sommernacht hat mir's angetan,
Das iſt ein ſchweigſames Reiten,
Leuchtkäfer durchſchwirren den dunkeln Grund
Wie Träume, die einſt zu guter Stund'
Das ſehnende Herz mir erfreuten.
Die Sommernacht hat mir's angetan,
Das iſt ein ſchweigſames Reiten,
Die Sterne funkeln ſo fern und groß,
Sie ſpiegeln ſo hell ſich im Meeresſchoß,
Wie die Lieb' in der Tiefe der Zeiten.
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