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378 Der Trompeter von Säckingen.
Diener, Uniformen glänzen,
Und mit ſtattlichem Gefolge
Schreitet eine ältre Dame
Aufwärts zum Portal des Doms.
„Wie ſie altert“, ſprach drauf einer,
„Die Frau Königin von Schwedem.
Denkt's Euch noch, wie wunderſchön ſie
War bei ihrem erſten Einzug?
Eine Blumenmauer ſtand das
Tor del Popolo geſchmückt und
Bis zu Ponte molle zog ihr
Grüßend Romas Volk entgegen.
Weit hinab den Korſo, bis zum
Venezianiſchen Palaſte,
War des Jubelrufs kein Ende.
Seht Ihr auch den kleinen Herrn dort
Mit dem Buckel? Eben nieſt er.
Dieſem iſt ſie ſehr gewogen,
Die Frau Königin Chriſtina.
's iſt ein grundgelahrtes Männlein,
's iſt der Philolog Naudäus?.
Der weiß, wie's vorzeiten zuging,
Und er ſelbſt hat neulich einen
Echt antiken Saltarello
Drüben bei dem Fürſt Corſini
Zur Belehrung vorgetanzt.
Die Geſellſchaft lachte, daß man's
Bis am Tiberufer hörte.“
Unbeachtet im Gedränge
Kam jetzt ein ſchwerfãll'ger Wagen,
Saßen drin zwei ſchwarze Damen,
Doch der Pferde Zügel lenkt' der
1 Königin Chriſtine von Schweden, die Tochter Guſtav Adolfs, gelehrte
Gönnerin der Wiſſenſchaften, war nach ihrer Abdankung zum Katholizismus
übergetreten und nach Rom gegangen, wo ſie mit Unterbrechungen bis zu
ihrem CTode im Zahre 1689 lebte. — ² Gab. Naudé, Leibarzt Ludwigs XIII.,
durch literariſche Kenntniſſe ausgezeichnet, war von Chriſtine nach Stockholm
berufen worden. Dort, nicht in Rom, machte ſich der 50jährige ſteife Gelehrte
mit der Vorführung des antiken Tanzes vor der Hofgeſellſchaft lächerlich.
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