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15. Ein Wiederſehen in Rom. 379
Treue Anton, ſorgſam rief er:
„Platz, ihr Herren, für die gnäd'ge
Frau Abtiſſin und das Fräulein!“
Rief's auf deutſch, die Römer lachten.
Mit erſtaunten Augen ſah er
In die fremde Welt, er ſah auch
Das Gefolg' der Schwedenfürſtin,
Sah dort einen greiſen Kutſcher,
Mürriſch ſprach er von dem Bocke:
„Kenn' ich dich, du alter Schwede?
Standſt du nicht dereinſt beim blauen
Regiment von Südermannland?
Soll ich mich vielleicht noch für den
Hieb in Arm bei dir bedanken,
Den du in der Schlacht bei Nürnbergi
Freundlichſt mir verabreicht haſt?
's iſt doch ein merkwürd'ger Landſtrich,
Dieſes Rom, — viel längſtvergeßne
Freund' und Feinde ſieht man wieder!“
— Auf italiſchem Boden grüßet
FJFetzt der Sang ſchön Margareta;
Gerne möcht' der blaſſen Fungfrau
Er des Südens ſchönſte Blüten
Auf den Pfad ſtreun, daß ein Lächeln
Übers ernſte Antlitz flöge.
Doch ſeit Werner aus dem Schloß ritt,
War der Scherz ein ſeltner Gaſt ihr.
Einmal noch ſah man ſie lachen,
Als der ſchwäb'ſche Funker ankam,
Aber 's war ein herbes Lachen,
Herb, wie von der Mandolin der
Klagton der geſprungnen Saite,
Und der Funker ritt nach Hauſe
Ledig, wie er ausgeritten.
Schweigend härmte ſich die Holde,
Härmte Monde ſich und Fahre,
1 Zwiſchen Guſtav Adolf und Wallenſtein im Zahre 1632.
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