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16. Löſung und Ende. 387
Dorten ſaß er, und die Späher
Sagten, 's war ein ſchön Effektſtück:
Die Campagna nächtlich düſter,
Er, den Mantel umgeſchlagen,
Mondſchein auf dem Marmordenkmal.
Klagend blies er die Trompete
Durch der Nacht einſamen Schauer;
Manch ein Spottwort hatt' er ſpäter
Drob zu hören, neckend ſprach man:
Signor Werner komponier' ein
Requiem der toten Füdin.“
Sprach's. Es lächelt' Innocentius,
Lächelten die Kardinäle;
Pflichtgemäß nach hohem Vorgang
Lächelten die Kammerherren,
Selbſt des düſtern Carlo Dolcin
Schwärmerantlitz wurde heiter.
Sprach der Papſt dann: „Meine Herren,
Achtung vor dem deutſchen Meiſter,
's wär' zu wünſchen, daß manch andrer,
Der ſich nachts verſtohlen fortſchleicht,
Auch zur App'ſchen Straße ginge.
Signor Werner ſteht in meiner
Vollen Gnad', ich werd's ihm morgen
Zeigen; morgen, wenn ich recht weiß,
Hab' ich auch der Frau Abtiſſin
Eine Audienz verwilligt.“
In der Früh' des erſten Zuli
Sechzehnhundertneunundſiebzig
Ging die Sonne mit beſonderm
Wohlbehagen über Rom auf.
Kühlend rauſcht die Tramontana⸗
Durch die Myrten und Zypreſſen
In dem vatikan'ſchen Garten,
1 Florentiner Maler, 1616— 86. — ² Der von jenſeit der Verge, von
Norden her wehende Wind.
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