Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,me-2
Scheffel, Joseph Victor von; Panzer, Friedrich [Hrsg.]
Scheffels Werke (2)
[1919]
Seite: 389
(PDF, 96 MB)
Bibliographische Information
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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16. Löſung und Ende. 389

Heil'ge Vater: „Sonder Troſt darf

Keiner heim aus Roma pilgern,
Und als Arzt der Seele muß ich
Euch vor künft'ger Ohnmacht hüten.“
Und dem Diener winkt' er leiſe:
„Holt mir der Kapelle Meiſter!“

Werner kam; — zum ſtattlich ſchönen
Mann war er gereift im Süden.
Seit, ein hoffnungsloſer Freier,
Aus dem Schloß am Rhein er ausritt,
Hatt' des Lebens wilde Sturmflut
Tüchtig ihn herumgewirbelt.
Gerne möcht' ich noch erzählen,
Wie er vieler Menſchen Land ſah,
Wie er übers Meer gefahren
Und mit den Malteſern gegen
Türkiſche Korſaren kreuzte,
Bis zuletzt der ſonderbare
Zufall ihn nach Rom verſchlug, —
Doch mein Sang wird ungeduldig,
Wie ein Fuhrmann knallt er mit der
Peitſche vor der Tür und ruft mir:
„Vorwärts, vorwärts! und zum Schluſſe!“
Werner kam — betroffen ſah er
Margareta, zweimal, dreimal
Sah er ſtumm zu ihr hinüber,
Doch ſein Blick beſagte mehr als
Ein gedruckter Foliantband.
's war der Blick, mit dem Odyſſeus
Bei der Freier Leichen ſitzend
Einſt zur Gattin ſah, von der ihn
Zwanzig Fahre herber Irrfahrt,
Herber Duldung ferngehalten'.
Innocentius der Eilfte
War ein guter Herr und war ein
Pſycholog. Leutſelig ſprach er:

1 „Odyſſee“, überſetzt von Z. H. Voß, 23. Geſang, B. 865 ff.


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